007: Alle James-Bond-Wagen von Dr. No bis Spectre

007: Alle James-Bond-Wagen von Dr. No bis Spectre

Wunderschöne Orte, noch schönere Frauen, trockene Martinis und natürlich verdammt schnelle Autos: Welcher Mann träumt nicht davon, mal für einen Tag mit dem wohl berühmtesten Geheimagenten dieser Welt zu tauschen. Klar, die Rede ist von James Bond, der seinen ersten Auftritt in Ian Flemings Roman Casino Royale (1953) hatte. Insgesamt schrieb Fleming zwölf Bond-Romane und neun Kurzgeschichten mit dem wohl berühmtesten Geheimagenten der Welt als Hauptfigur.

Die bislang 24 Bond-Filme basieren teilweise auf den Romanvorlagen, zu Teilen auf den Kurzgeschichten. Zwischen 1989 bis 2002 wurden die Bond-Filme ohne ein literarisches Vorbild aus Flemings Feder konzipiert. Doch bevor wir uns in allgemeinen Informationen zum MI6 Geheimagenten mit der Lizenz zum Töten verlieren, wenden wir unseren Blick auf das, was Oldtimer-Fans am brennendsten interessiert: die Autos, die James Bond in den Filmen fuhr.

 

James Bond jagt Dr. No: Sunbeam Alpine Series II

Der Schotte Sean Connery, der den Job als Bond-Darsteller einer Erzählung zufolge wegen seines männlichen Ganges bekommen haben soll, fuhr im ersten Bond-Film einen Sunbeam Alpine Series II. Sunbeam Alpine war eine Baureihe sportlicher Wagen, die von der Rootes Group, einem damaligen britischen Autokonzern, in den 1950er und 1960er Jahren gebaut wurden. Weil das Produktionsbudget für den ersten Bond-Streifen noch ziemlich begrenzt war, handelte es sich bei dem Sunbeam um einen Mietwagen. Man hatte sich den Wagen von einem Anwohner am Drehort auf Jamaica geliehen, um Geld für den Import zu sparen.

 

Liebesgrüße aus Moskau: Bentley 3½ Litre

Schon damals, als der zweite Bond-Film gedreht wurde, war der Bentley 3 ½ Litre ein Oldtimer. Der Wagen wurde der Öffentlichkeit im September 1933 präsentiert, der Film flimmerte 1963 erstmals über die Kinoleinwand. Der 3 ½ Litre war das erste neue Modell von Bentley, das nach der Übernahme durch den Konkurrenten Rolls-Royce die Werkshallen verlies.

 

Goldfinger: Aston Martin DB5

Kein anderes Fahrzeug ist so eng mit James Bond verknüpft wie der Aston Martin DB5, der seinen ersten Auftritt im Film “Goldfinger” mit Gert Fröbe als Bösewicht hat. Erstmals gab es auch die abgefahrenen Gadgets, die man von den Bond-Autos kennt. Der DB5 verfügt im Film über Maschinengewehre, einen Schleudersitz, einen Reifen-Zerteiler, einen Rauchabweiser sowie einen Kugelfang – gogar rotierende Nummernschilder gibt es, um stets inkognito unterwegs sein zu können.

Feuerball: Aston Martin DB5

Noch immer spielt Sean Connery James Bond und der Aston Martin mittlerweile ebenso eine öffentlichkeitswirksame Rolle. Der Wagen kam mit seinen Gadgets so gut an, dass er sogar in TV-Spots der damaligen Zeit Werbung für allerhand Produkte machte. Logisch, dass man auch in “Feuerball” auf einen Aston Martin DB5 als Bond-Car setzte. Die Gadgets blieben die gleichen, wurden aber noch durch nach hinten gerichteten Wasserkanonen ergänzt.

 

Man lebt nur zweimal: Toyota 2000 GT

Da der Film vornehmlich in Japan spielt, war es nur konsequent, einen japanischen Wagen als Bond-Car einzusetzen. Und der ist heute eine echte Rarität: Nur 351 Modelle des japanischen Supersportwagens Toyota 2000 GT wurden zwischen 1967 und 1970 produziert. Der damalige Preis: 2,4 Millionen Yen! In Japan gab es zu dieser Zeit kein teureres Auto. Im Vergleich: Für einen Porsche 911 musste man nur rund ein Drittel zahlen. Auch heute muss man für einen originalen 2000 GT richtig was auf den Tisch legen. Im August 2014 versteigerte RM Auctions in Monterey ein Modell aus 1967 für 1,045 Millionen US-Dollar.

 

Im Geheimdienst Ihrer Majestät: Aston Martin DBS

Nun war erst einmal George Lazenby als 007 an der Reihe. Die Produzenten setzten wieder auf einen Aston Martin, genauer gesagt einen Aston Martin DBS. Welche Gadgets im Wagen installiert waren, ist nicht bekannt. Lediglich ein Versteck für ein Scharfschützengewehr im Handschuhfach ist in einer Szene zu sehen. Leider spielt der Wagen in dem Streifen eine eher tragische Rolle, denn Bonds Frau Tracy (Bond heiratet in dem Film) wird am Schluss des Films bei einem Schuss durch die Windschutzscheibe des DBS tödlich getroffen.

 

Diamantenfieber: 71er Ford Mustang Mach I

Für “Diamantenfieber” wollten die Macher der Bond-Filme unbedingt wieder Sean Connery als 007 sehen. Für seine Rückkehr bekam er eine Rekordgage, die große Teile des gesamten Produktionsbudgets verschlang. Haupt-Bond-Auto in diesem Film war ein 71er Ford Mustang Mach I. Der Wagen ist das Highlight bei einer wilden Verfolgungsjagd in Las Vegas. Der Mustang balanciert in der Szene seitlich auf zwei Rädern, um durch eine enge Gasse zu fahren.

 

Leben und sterben lassen: kein Dienstwagen

1973 schlüpft erstmals der smarte Roger Moore in die Rolle des britischen Doppelnull-Agenten. Einen wirklichen Dienstwagen gibt es für James Bond in dem Film nicht wirklich. In einer Szene fährt Bond aber kurz einen Mini Moke. Ebenso wird ein Leyland R.T.-Doppeldeckerbus im Verlauf des Film von Roger Moore gelenkt. Die motorisierte Hauptrolle spielen eher die Autos des Bond-Bösewichts Kananga alias Mr. Big: ein Cadillac Fleetwood 60 Special Brougham sowie ein Corvorado. Bei dem letzteren handelt es sich um eine Kombination aus einer Chevy Corvette und einem Cadillac El Dorado, wie sie von Dunham Coaches als “Pimpmobile” gebaut wurde.

 

Der Mann mit dem goldenen Colt: AMC Hornet

Auch im James-Bond-Film “Der Mann mit dem goldenen Colt” hat 007, erneut gespielt von Roger Moore, keinen eigenen Dienstwagen. Allerdings klaut sich Bond in einer Szene des Films einen AMC Hornet bei einem Autohändler in Bangkok. Unvergessen ist der Stunt, den 007 mit dem Auto hinlegt: Einen Sprung mit dem Auto über einen Fluss samt 366-Grad-Rolle schafft einfach nur James Bond.

 

Der Spion, der mich liebte: Lotus Esprit S1

Im dritten Bond-Film für Roger Moore war es dann doch wieder Zeit für einen eigenen Dienstwagen. Mit einem Lotus Esprit S1 entschied man sich für einen britischen Sportwagen, der im Film mit einem der wohl berühmtesten Gadgets der Filmgeschichte ausgestattet war: Der Wagen mit dem Spitznamen „Wet Nellie“ (eine Reminiszenz an den Tragschrauber “Little Nellie” aus “Man lebt nur zweimal”), wird von “Q” höchstpersönlich auf Sardinien ausgeliefert und kann sich bei Bedarf in ein U-Boot verwandeln. Natürlich kann Bond in diesem Modus auch auf Flugabwehrraketen zurückgreifen – sicher ist schließlich sicher.

 

Moonraker: kein Bond-Car in Venedig

Da der Film größtenteils in Venedig spielt und die Lagunenstadt nicht gerade für ein regen Autoverkehr bekannt ist, gibt es in Moonraker keinen Dienstwagen für den britischen Geheimagenten. Stattdessen bekommen die Zuschauer wilde Verfolgungsjagden mit Gondeln und Motorbooten zu sehen.

 

James Bond in tödlicher Mission: Lotus Esprit Turbo

Im 5. Bond-Streifen mit Roger Moore als Hauptdarsteller kam wieder ein Lotus Esprit zum Einsatz. Diesmal war es ein weißer Esprit Turbo (1980), der leider in die Luft geht, als der Selbstzerstörungsmechanismus ausgelöst wird. Mit einem zweiten, bronzenen Modell fährt Bond später durch Cortina d’Ampezzo. In einer anderen Szene des Films flüchtet Bond außerdem mit einer “Ente” (Citroën 2CV). Weil selbst ein größerer Motor, den man dem Wagen verpasste, nicht ausreichte, beschleunigte man die Szene des Films nachträglich.

 

Octopussy: Range Rover

Im Film Octopussy fährt Bond einen Range Rover Classic Convertible, den der Hersteller extra für den Film fertigte – zu kaufen gab es das Modell nicht. Bis heute wurden die Modelle auch sonst nirgends ausgestellt. Um einiges kleiner als der Range Rover in Octopussy ist der Bajaj RE, der auch unter der Bezeichnung “Tuk Tuk” bekannt ist. Bond flieht in in der Autorikscha vor Verfolgern, lenkt das Gefährt in der Szene aber nicht selbst.

 

Sag niemals nie: Bentley 4 ¼ Litre

“Sag niemals nie” ist eigentlich kein offizieller Film des Bond-Franchise. Die Neuverfilmung von “Feuerball” wurde nicht von Eon Productions produziert, war vor allem dank des erneuten Auftritts von Sean Connery als James Bond aber ein kommerzieller Erfolg. Satte 160 Millionen US-Dollar spielte der Film an den Kinokassen ein. Wenn auch nur kurz, kann man Bond in einem 1937er Bentley 4 ¼ Litre Gurney Nutting 3-Position-Drophead Coupé sehen – fälschlicherweise wird oft behauptet, es sei ein Bentley 4 ½ Litre.

Im Angesicht des Todes: Rolls Royce Silver Cloud II

Wie in so manch anderem Bond-Streifen, hat 007 auch in “Im Angesicht des Todes” mit Grace Jones und Christopher Walken keinen offiziellen Dienstwagen. Chauffiert wird James Bond hier aber in einem Rolls Royce Silver Cloud II, der in vielen Szenen des Films auftaucht und in einer speziellen Szene eine wichtige Rolle spielt: Als der Rolls Royce samt Bond in einem See versenkt wird, nutzt 007 die Luft aus einem Reifen, um Sauerstoff zum Atmen zu bekommen.

 

Der Hauch des Todes: Aston Martin V8

Ganz im Stil des berühmten DB5 verpasste man dem Aston Martin V8 Vantage Volante, den Timothy Dalton in “Der Hauch des Todes” fuhr, allerhand Gadgets. Darunter befinden sich beispielsweise Reifen mit Spikes, ein Head-up-Display (damals noch etwas absolut Außergewöhnliches) und Raketenantrieb. Was dem normalen Aston Martin Kunden nicht wirklich etwas bringen würde, erweist sich bei den Verfolgungsjagden im Film als durchaus nützlich.

 

Lizenz zum Töten: erneut kein Bond-Dienstwagen

Im Bond-Movie “Die Lizenz zum Töten” gibt es eine Reihe absolut spektakulärer Action-Szenen mit Autos – einen eigenen Dienstwagen hat 007 diesmal aber nicht. Der einzige Wagen, den Timothy Dalton in seinem letzten Auftritt als britischer Geheimagent fährt, ist ein Lincoln Mark VII LSC. Weitere Wagen, die im Film vorkommen und es verdient haben, erwähnt zu werden, sind ein Rolls-Royce Phantom V Mulliner Park Ward Limousine sowie ein Maserati Biturbo.

GoldenEye: BMW Z3

“GoldenEye” läutet gleich zwei neue Bond-Ären ein: Zum einen gab es mit Pierce Brosnan einen neuen Darsteller, zum anderen ging man nun für drei Filme eine Kooperation mit BMW ein. Erster Bond-BMW ist ein Z3, der für BMW zum absoluten Erfolg, und bis ins Jahr 2002 gebaut wurde. Ganz auf Aston Martin konnte man aber auch in “GoldenEye” nicht verzichten – der legendäre DB5 hat auch hier einen kurzen Auftritt. Ebenso ist ein Ferrari F355 GTS zu sehen.

 

Der Morgen stirbt nie: BMW 750iL

“Der Morgen stirbt nie” ist der zweite Teile des Bond-BMW-Intermezzos. 007 fährt hier einen BMW 750iL, der sich im Film sogar mit dem Handy fernsteuern lässt. Während man sich so etwas 1997 (Erscheinungsjahr des Films) kaum vorstellen konnte, rücken solche Spielereien bei modernen Autos fast in greifbare Nähe. Neben dem Auto ist mit der R 1200 C auch ein BMW Motorrad im Film zu sehen.

 

„Die Welt ist nicht genug“: BMW Z8

“Die Welt ist nicht genug” und zwei Filme mit einem BMW als Bond-Car scheinbar auch nicht. In der dritten und vorerst letzten Liaison zwischen der Bond-Produktion und den “Bayerischen Motoren Werken” wird mit dem BMW Z8 ein (mittlerweile) absoluter Klassiker zum Bond-Car und im Film in zwei Hälften gesägt. Lediglich 5703 Exemplare wurden zwischen März 2000 und Juli 2003 gebaut. Im Bond-Streifen kamen Vorserienmodelle zum Einsatz, die noch an einer Reihe “Kinderkrankheiten” litten.

 

„Stirb an einem anderen Tag“: Aston Martin Vanquish

Ein letztes Mal schlüpft Pierce Brosnan in “Stirb an einem anderen Tag” in die Rolle des 007. Und so sollte auch der irische Schauspieler doch noch in den Genuss kommen, Aston Martin zu fahren. Und was für einen er fahren durfte: Mit seinen 460 PS, einem Topspeed von über 300 km/h und einer Aluminium-/Kohlefaser-Karosserie ist der Aston Martin Vanquish ein Bond-Car wie man es sich wünscht. Ebenfalls im Film zu sehen: ein Jaguar XKR.

 

Casino Royal: Aston Martin DBS V12

Bei Casino Royal standen die Bond-Macher ganz schön unter Druck, denn vor Drehbeginn gab es viel Kritik an der Auswahl des neuen Bond-Darstellers Daniel Craig. Da man dann wohl nicht auch noch beim Bond-Car Kritik bekommen wollte, setzte man wieder auf die Kooperation mit Aston Martin. Nach dem Vanquish aus “Stirb an einem anderen Tag”, durfte der Brosnan-Nachfolger nun in einem Aston Martin DBS V12 Platz nehmen. Berühmtestes Gadget des Wagens ist das Notfallkit aus Gegenmitteln für verschiedene Gifte und einem kleinen Defibrillator, der Bond in einer Szene das Leben rettet. Ein Aston Martin DB5 durfte in Casino Royal auch nicht fehlen. Bond gewinnt den Wagen bei einem Glücksspiel mit einem Gegenspieler auf den Bahamas.

 

Ein Quantum Trost: Aston Martin DBS V12

Nach dem Erfolg von Casino Royale, den nicht jeder so erwartet hatte, folgte mit “Ein Quantum Trost” der zweite Bond-Streifen mit Daniel Craig als Hauptdarsteller. Und wieder war Bonds Dienstwagen ein Aston Martin DBS V12; schließlich knüpft der Film an dem Vorgänger an. Leider übersteht der Wagen nicht einmal die erste Szene: Der Aston Martin wird bei einer wilden Verfolgungsjagd in Siena ganz schön ramponiert.

 

Skyfall: Aston Martin DB5

In Skyfall spielt ein ganz besonderer Wagen die Hauptrolle: der berühmte DB5 mit dem gleichen Kennzeichen wie im Film “Goldfinger”. Bond holt den Wagen aus einer geheimen Garage in London, um inkognito mit “M” vor Bösewicht Silva zu fliehen. Der hat es auf die Chefin des MI6, zum letzten Mal von Judie Dench gespielt, abgesehen und ist mit allerhand technischer Finesse ausgestattet. Und ein alter DB5 kann eben nicht via GPS geortet werden. Sogar die Maschinengewehre des DB5 kommen später im Film noch zum Einsatz.

 

Spectre: Aston Martin DB10

Mit richtig schnellen und sündhaft teuren Wagen von Jaguar, Land Rover und Aston Martin, die allesamt zu Schrott gefahren werden, ist “Spectre” die reinste PS-Orgie. Bonds Dienstwagen (der im Film eigentlich für 009 bestimmt war) ist ein extra für den Film gebauter Aston Martin DB10. Insgesamt zehn Exemplare fertigte die britische Sportwagenschmiede anlässlich der zu diesem Zeitpunkt 50-jährigen Kooperation mit Eon Productions. Acht der in Handarbeit produzierten Wagen gingen im Film drauf, die zwei restlichen sind für PR-Zwecke bestimmt. Einer der zwei verbleibenden PR-Exemplare wurde 2016 bei Christie’s für umgerechnet 3.142.000 Euro versteigert. Eine gigantische Summe, die der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zugute kommt.