Jaguar-Oldtimer_E-Type-Lightweight

Der E-Type war eine völlig neue Generation von Cabrios und Coupés. Der Brite bestach durch die für Jaguar typische Ästhetik, strahlte zugleich aber ein gewisses Maß an Jugendhaftigkeit und Aggressivität aus. Somit ist es kaum verwunderlich, dass sich der E-Type zur Stilikone der 1960er Jahre entwickelte – kaum ein anderes Auto spiegelt die Werte dieser Zeit so passend wider. Noch heute gehören die bis 1974 produzierten Zweisitzer und 2+2-sitzigen Coupés zum Besten, was Jaguar zu bieten hat – die Modelle werden stark gesucht und sind kaum an Wertbeständigkeit zu überbieten.

Jaguar E-Type – Der Erste einer neuen Generation

Alles begann mit dem Jaguar E-Type 3,8 Liter. Dieser wurde im März 1961 als Abkömmling des überaus erfolgreichen Rennboliden Jaguar D-Type präsentiert. Der Reiz des E-Type lag nicht nur in seiner innovativen Ausstrahlung, sondern darüber hinaus in seinen tollen Fahrleistungen sowie in seinem günstigen Preis.

Der Reihensechszylinder-Motor kommt mit 3.781 cm³ Hubraum und satten 269 PS (197,6 kW) Leistung daher. Das maximale Drehmoment beläuft sich auf 353 Nm bei 4.000 U/min. Somit ist der Oldie dazu in der Lage, in nur sieben Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 241 km/h.

  • Kritiker bemängelten und bemängeln den beengten Innenraum und die fadingempfindlichen Bremsen. Diese sogenannten Flat-Floor-Ausführungen seien lediglich etwas für wahre Puristen. Etwas “angenehmer“ wurde die Fahrt im E-Type durch die Absenkung der Bodenbleche im Fußraum und durch die verbesserten Verstellmöglichkeiten für die Sitzschalen, die auf eine Aussparung im Blech zurückzuführen sind.

 

Der E-Type 4,2 Liter

Im Jahr 1964 hob Jaguar den Hubraum auf 4.235 cm³ (4,2 Liter) an. So wurde ein maximales Drehmoment von 384 Nm bei 4.000 U/min erreicht. Die Motorleistung belief sich aber weiterhin auf 269 PS bzw. 197,6 kW.

Des Weiteren ersetzte man die Moss-Box samt unsynchronisiertem ersten Gang und langen Schaltwegen durch ein voll synchronisiertes Viergang-Schaltgetriebe. Der Hersteller entwickelte dieses auf eigene Faust und begeisterte den leidenschaftlichen Jaguar-Fahrer zudem mit gepolsterten Sitzen.

Im Jahr 1966 folgte der 2+2. Hierbei handelt es sich um ein Coupé samt längerem Radstand. Der Wagen verfügt über zwei Notsitze im Fond und wenn man die Sitzlehne vorklappt, profitiert man von einer geräumigen Gepäckablage. Für diesen Wagen war alternativ ein Dreigang-Automatikgetriebe aus dem Hause BorgWarner erhältlich.

Jaguar E-Type Serie 1 3.8

Jaguar Oldtimer_E Type Serie 1 3.8

Jaguar E-Type Serie 3

Jaguar Oldtimer_E Type Serie 3

Stilbruch mit dem E-Type Serie II

Nur zwei Jahre nach der Einführung des 2+2 erschien der E-Type Serie II mit diversen Modifikationen, was auch mit den damaligen neuen amerikanischen Sicherheits- und Umweltbestimmungen in Verbindung gebracht wird.

Jaguar sah sich dazu gezwungen, die Scheinwerferabdeckungen zu entfernen – ein wahrer Stilbruch, der bereits bei den nachträglich als Serie 1 ½ bezeichneten Modellen zu beobachten war – und man musste die Scheinwerfer nach vorne setzen, was für viele Liebhaber noch heute ein absolutes Desaster in der Jaguar-Geschichte darstellt.

Darüber hinaus stattete man den E-Type Serie II mit einer größeren Kühleröffnung und mit Wippschaltern am Armaturenbrett aus. Ebenso wurden die mittlerweile unterhalb der Stoßfänger verbauten Blinker- und Rücklichteinheiten größer gestaltet. Und man musste die Windschutzscheibe des 2+2 flacher stellen.

 

“Weichere Züge“: der Jaguar E-Type V12

1971 wertete man den E-Type mit einem V12-Motor (5,3 Liter Hubraum) samt 276 PS (203 kW) auf. Dieser war der erste Großserien-Zwölfzylinder mit Leichtmetallblock und Heron-Zylinderköpfen samt Brennräumen im Kolbenboden. Das maximale Drehmoment dieses Modells beträgt 412 Nm bei 3.600/min.

Mit Hilfe des V12-Motors ließen sich die auf die amerikanischen Gesetzesänderungen zurückzuführenden geringeren Fahrleistungen wieder ausgleichen. Dennoch war der E-Type längst nicht mehr so agil wie zu Anfang seiner Geschichte.

Liebhaber der Urversion beklagten, dass das neue Modell schlichtweg zu “weich“ sei, was auch darauf zurückgeführt werden kann, dass der Kühlergrill vergittert wurde. Hierdurch macht der E-Type V12 einen wesentlich weniger aggressiven Eindruck als seine Vorgänger.

Das gilt auch für die Serie III. Diese hat zwar verbreiterte Kotflügel, da breitere Reifen und größere Spurweite, weist ansonsten aber den gleichen Aufbau auf.

  • Der durstige E-Type V12 hatte es nicht leicht auf dem Markt. Und zwar insbesondere, da die Ölkrise die Benzinpreise in bis zu diesem Zeitpunkt ungeahnte Dimensionen katapultierte. Und so kam es, dass die Produktion des E-Type im September 1974 eingestellt wurde. Bis dahin wurden rund 15.500 3,8-Liter-, 41.700 4,2-Liter und 15.200 V12-Modelle verkauft.

 

1963: der Jaguar E-Type Lightweight für den Renneinsatz

Im Winter 1962/63 entwickelte Jaguar eine besonders leichte Version des E-Type. Diese trägt den Namen Lightweight und sollte für Erfolge im Rennsport sorgen. Das Modell hebt sich aber nicht nur in der Technik, sondern auch, was das Äußerliche betrifft deutlich von den Serienfahrzeugen ab.

Anders als bei diesen besteht das Monocoque der “leichten“ Variante aus Aluminiumblechen und man verstärkte gewisse Teile der Aufhängung sowie des Rahmens. Darüber hinaus besteht der Motorblock der Lightweight-Modelle nicht aus Grauguss, sondern aus Aluminium und der Zylinderkopf wurde im Bereich der Auslassventile überarbeitet.

Man hob die Verdichtung auf 9,5 zu 1 an und die Motorleistung beträgt 320 PS bzw. 235 kW.

Die Karosserie des Jaguar E-Type Lightweight besteht ebenfalls zum größten Teil aus Aluminium und ist mit einem knappen Hardtop-Dach ausgestattet. Das Leergewicht des Fahrzeugs beträgt 920 kg.

  • 1963 wurden zwölf Exemplare des Lightweight gefertigt, wobei sich alle Modelle konstruktiv stark ähneln. Neben John Coombs, der dieses Projekt ins Leben gerufen hatte, kaufte der Rennfahrer Briggs Cunningham u.a. gleich drei Fahrzeuge dieser Art.

 

Ein ganz besonderes Modell: der “Lindner-Lightweight“

Ein weiterer populärer Käufer des E-Type Lightweight war der deutsche Rennfahrer und Jaguar-Importeur Peter Lindner. Dessen Wagen erhielt die Chassis-Nummer S850662.

Das im Mai `63 ausgelieferte Modell genoss eine Sonderstellung innerhalb der “leichten Zwölf“:  In Bezug auf die Karosserie hob sich der Wagen zwar so gut wie gar nicht von den anderen 11 Lightweights ab, doch die Verdichtung wurde auf 10,1 zu 1 angehoben.

Somit hatte Lindner 344 PS (253 kW) unter dem Gesäß, als er sich ab 1963 mit dem Wagen auf diverse Rennstrecken begab.

Im darauffolgenden Winter ließ der leidenschaftliche Rennfahrer seinen Lightweight weitgehend überarbeiten. Neben einem Schnellschaltgetriebe erhielt der Wagen eine neue Karosserie sowie zahlreiche weitere neue Teile.

Noch heute ist der “Lindner-Lightweight“ allen Jaguar-Kennern ein Begriff. In der britischen Motorpresse wird er meist als “Low-Drag-E-Type“ bezeichnet, was auf den reduzierten Luftwiderstand zurückzuführen ist. Lindner erreichte mit dem Boliden im Jahr 1964 eine Höchstgeschwindigkeit von 259 km/h.

Und doch konnte der “Low-Drag-E-Type“ keine Siege einfahren. Er wurde im Rahmen eines Unfalls (1964) vollständig zerstört. Lindner verunglückte bei diesem Unfall im französischen Montlhéry tödlich.

  • Sammler-Wissen: Es existiert mindestens ein fahrtüchtiges Exemplar, das dem “Lindner-Lightweight“ nachempfunden ist. Bis heute konnte allerdings nicht vollständig geklärt werden, ob es sich um eine Restauration des echten “Low-Drag-E-Type“ oder um eine Nachbildung handelt.

Jaguar E-Type „flat floor“

Jaguar Oldtimer E-Type flat floor

Jaguar Oldtimer E-Type Serie 1 12

Jaguar Oldtimer E-Type Serie 1 12

2014: Jaguar lässt die Herzen von Fans höherschlagen

Für den ursprünglichen Jaguar E-Type Lightweight war eine Auflage von 18 Exemplaren geplant. Die Produktion wurde jedoch nach nur 12 Fahrzeugen eingestellt. Der Grund für den Produktionsstopp ist bis heute unbekannt.

Umso mehr dürfte es den leidenschaftlichen Sammler freuen, zu hören, dass Jaguar die Produktion im Jahr 2014 wiederaufnahm. Und zwar nach den originalen Konstruktionsplänen von 1963. Die Wagen sind mit den Chassis-Nummern 13 bis 18 ausgewiesen.

 

Begehrt, begehrter, Jaguar E-Type

Der E-Type aus dem Hause Jaguar ist ein begehrter Oldtimer, der Sammler und leidenschaftliche (Renn-) Fahrer gleichermaßen anspricht. Die meistgesuchten Modelle sind die frühen Versionen mit Scheinwerferabdeckungen, dicht gefolgt von den 12-zylindrigen Roadstern.

Für alle neueren Modelle werden seit 1999 übrigens “Design Restoration Kits“ angeboten, mit denen sich Scheinwerferabdeckungen nachrüsten lassen.

 

Der Jaguar E-Type 3,8 Liter in der Übersicht

 

  • Fahrzeugklasse: Sportwagen
  • Fahrzeugart: Coupé
  • Motor: Sechs-Zylinder
  • Hubraum: 3.871 cm³
  • Leistung: 269 PS (197,6 kW)
  • Getriebe: 4-Gang-Schaltgetriebe
  • Leergewicht: 1.250 kg
  • Sitze: 2
  • Abmessungen (Länge x Breite x Höhe): 4.450 x 1.660 x 1.180 mm

 

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